Regierungskrise in Belgien

14. Juni 2011

In unserem westlichen Nachbarland, dem Königreich Belgien, herrscht seit nun fast genau einem Jahr einen Regierungskrise. Mehr noch, das Land steht seit nunmehr 12 Monaten ohne eine gewählte Regierung da. Für die Ursachen dieser Krisen machen sich die Parteien und die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegenseitig verantwortlich. Die Gefahr, dass sich Belgien in einen flämischen und einen wallonischen Staat aufspaltet, ist mit Händen zu greifen. Das Land trägt den äußerst fragwürdigen Titel eines Weltmeisters als Staat ohne Regierung. Mitte Juni des Jahres 2010 wurde zwar gewählt, aber mehr als eine geschäftsführende Regierung konnte nicht gebildet werden. Nicht nur die Politiker sind ratlos, aus Studentenkreisen wurde zu einer “Frittenrevolution” aufgerufen. Nunmehr hat Belgien dem Irak den Titel eines Landes mit der längsten Periode ohne Regierung abgenommen und es sieht so aus, als solle dieser Vorsprung weiter ausgebaut werden. Der vor einem Jahr abgewählte Regierungschef Yves Leterme ist immer noch geschäftsführend im Amt, was soll man auch weiter machen ?

Die belgischen Wahlen kranken grundsätzlich daran, dass es keine gesamtbelgischen Parteien gibt. In Flandern gibt es nur flämische Parteien, diesen gegenüber stehen die frankophonen Parteien in der Wallonie. Ein zentrales Streitthema jedoch ist die Sozialversicherung. Die flämischen Parteien wollen die Sozialversicherung aufteilen und versprechen sich dadurch Vorteile für Flandern. Damit würde aber die gesamtstaatliche Solidarität aufgekündigt werden. Die Aufteilung Belgiens wird von den flämischen Parteien nicht offen propagiert, aber es pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass dieses Ziel zum Wunschdenken dieser Leute gehört.

Die Regierungskrise treibt die Menschen auf die Straßen. Die hier Demonstrierenden kommen aus beiden Teilen des Landes, denn es ist ihnen zunehmend peinlich, dass Belgien sich vor der Weltöffentlichkeit lächerlich macht. Die jungen Leute haben sich ganz ungewöhnliche Formen des Protestes einfallen lassen. So wollen einige die Hosen herunter lassen, andere wiederum wollen öffentlich eine Gerichtsverhandlung abhalten, wieder andere aus Protest gratis Fritten unter den Leuten verteilen. Es bleibt abzuwarten, ob der Unmut der Einwohner des Landes die Politiker dazu bewegen kann, wieder eine handlungsfähige Regierung zu bilden.

Antwerpen in Belgien

17. Februar 2011

Wer einen Belgien-Urlaub plant, der sollte unbedingt auch einen Besuch im wunderbaren Antwerpen mit einplanen. Denn Antwerpen ist mit etwas unter einer halben Million Einwohnern nicht nur die zahlenmäßig größte Stadtgemeinde in ganz Belgien, sondern dank des riesigen Hafens, der auch in wirtschaftlicher Hinsicht von immenser Bedeutung ist, auch eine der schönsten Städte des Landes. Die Hafenstadt verfügt über den zweitgrößten Seehafen in ganz Europa und gilt als bedeutendstes Zentrum für den Handel von Diamanten und deren Verarbeitung. Langweilig wird es in dieser Metropole also gewiss nicht. Leicht kann man sich die Zeit damit vertreiben, sich einfach ein gemütliches Plätzchen an einem belebten Ort der Stadt zu suchen und von dort aus dem bunten Treiben am Hafen zu folgen.
Wenngleich Antwerpen bis heute eine wirtschaftlich und kulturelle sehr lebendige Stadt ist, so fällt es doch schwer, sich vorzustellen, dass Antwerpen noch in der frühen Neuzeit zu den weltweit größten Städten gezählt wurde und lange Zeit die bedeutendste Handelsmetropole in ganz Europas war. Auch in kultureller Hinsicht war Antwerpen zu dieser Zeit ein nicht wegzudenkendes Zentrum. Von diesem Erbe profitiert die Stadt bis heute und besticht durch ein weltstädtisches und gleichzeitig historisches Flair. Im Jahr 1993 war Antwerpen eine mehr als würdige Kulturhauptstadt Europas und sowohl der Turm der bekannten Liebfrauenkathedrale als auch das Druckereimuseum Plantin Moretus zählen zum Weltkulturerbe. Aber das sind längst noch nicht die wichtigsten Gründe, aus denen sich eine Städtereise nach Antwerpen jederzeit lohnt. Dank des historischen Stadtkerns, der hervorragend erhalten ist und zahlreicher alter Bauwerke und Denkmäler ist die Stadt auch für jeden Interessant, der sich für die Architektur vergangener Epochen und historische Bauten interessiert. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl verschiedenster Sehenswürdigkeiten, die für jeden Geschmack das richtige bereithält. Ob Museum, Theater oder Konzerte – das Angebot ist riesig. Auch das jüdische Viertel, der Zoo oder der Vogelmarkt stellen überaus sehenswerte Anlaufpunkte dar, die sich von den ganz klassischen Sehenswürdigkeiten einer Großstadt recht deutlich unterscheiden.
Statten Sie Antwerpen einfach einmal einen Besuch ab und machen Sie sich ihr eigenes Bild vom Kultur- und Freizeitangebot dieser Stadt.